Programmheft der 1. Herrensitzung 1979
Programmheft der 1. Herrensitzung 1979
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Es begab sich zu der Zeit, als Dortmund noch Europas Bierstadt No.1 war. Anfang der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts war gastronomisch gesehen noch „alles in Dortmund“. Die Kneipenszene expandierte, die Brauereien machten Dortmund in der Welt bekannt und das Bier floss in Strömen. Nur die Fröhlichkeit, sprich der Karneval, hatte in der Stadt der Maloche noch nicht Einzug gehalten.

Es gab wohl Karnevalsvereine, die in guter Tradition fröhliche Veranstaltungen durchführten und sogar einige Vereine, die ein eigenes Prinzenpaar stellten. Aber den Dortmunder Karneval, vertreten durch ein Stadt-Prinzenpaar, gab es so gut wie gar nicht. Auswärtige Brauereien, die die Bierstadt Dortmund gerne erobern wollten, machten den Karnevalisten zu dieser Zeit fast unsittliche Angebote, um hier den Dortmunder Karneval zu sponsern. Die größte Brauerei der Stadt, die Union-Brauerei, nahm diese Warnsignale auf und wurde praktisch über Nacht (und bis heute) zum Hauptsponsor des Dortmunder Karnevals der Neuzeit.

Die Ideengeber dieser schwierigen Anfangszeit stellten fortan die Prinzenpaare und mussten feststellen, dass es zur Umsetzung und Anerkennung des karnevalistischen Brauchtums in dieser Stadt ein steiniger Weg war. Zu den ersten Prinzen der Neuzeit gehörte auch NR-Gründungsmitglied und Gastronom Klaus Schmitt. Er führte sehr erfolgreich eines der ersten Szenelokale der neuen Ostwallszene – die „Galerie am Ostwall“. Der ehemalige Bergmann war stolz auf seine Bergbauzeit und zeigte dies in Form einer Kellerbar unter der Gaststätte, die wie ein Bergbaustollen ausgebaut war und sich sehr schnell zu einem Treffpunkt der Karnevalisten entwickelte. Hier wurden Erfahrungen ausgetauscht und neue Ideen für den Dortmunder Karneval geboren.

Aufgrund der Tatsache, dass die Prinzenpaare oft ohne die notwendige Unterstützung ihre Session durchlebten, gründeten 11 „Karnevalsverrückte“ 1978 den „Verein der ehemaligen Prinzen und Freunde“. Sie standen immer schon mit Rat und Tat an der Seite der Prinzenpaare, auch wenn es oft nur ein „närrischer Rat“ war. Und so wurde der Vereinsname geboren und auch zum Programm.

Der Närrische Rat hatte sich die Entwicklung des Dortmunder Karnevals auf die Fahnen geschrieben und schon im ersten Jahr des Bestehens veranstalteten die Ex-Prinzen die Dortmunder Herrensitzung in der Westfalenhalle. Stellvertretend für diese Entwicklung stehen heute noch die Gründungsmitglieder Günter Kahl, Rolf Klinkau und Klaus Schmitt. Ehrenrat Willi Römer, der leider viel zu früh verstorben ist, gab das Motto vor, welches der Verein bis heute inne hat: „Sich selbst und andere nicht zu ernst zu nehmen!“

Dieses Motto gab auch den Auftritt der Mitglieder auf der Herrensitzung vor.

Frack und Zylinder als Zeichen der Ex-Prinzenwürde, aber sitzend auf Kloschüsseln für allen Mist der so entsteht. Übrigens auch eine Idee aus der berühmten Kellerbar, die leider auch die Abflussrohre der Gaststätte beherbergte...

Die 1. Herrensitzung im Jahr 1978
Die 1. Herrensitzung im Jahr 1978

Zwei Jahre nach der Herrensitzung wurde auch die größte Damensitzung der Stadt ins Leben gerufen. Weitere Veranstaltungen des Närrischen Rates waren Prinzenbälle bzw. später sogar Gala-Bälle, die Beteiligung mit Festwagen am Rosenmontagszug und die Rosenmontags-Kultfete im „Römischen Kaiser“ („ParkInn“). Dieses traditionsreiche Hotel wurde 1978 auch zur Residenz der Ex-Prinzen und ist es nun schon seit fast 33 Jahren. Eine großartige Verbindung, die nur noch von der Zusammenarbeit mit der Union-Brauerei (heute Brinkhoff‘s) übertroffen wurde.

Auch die Stadtspitze und das Rathaus nahmen den Närrischen Rat auf und ließen der 5. Jahreszeit ihren Lauf. So entwickelte sich eine weitere Top-Veranstaltung – die Ehrenplakettenverleihung des Närrischen Rates – im Rathaus der Stadt Dortmund. Hier werden Menschen mit dem wohl schwersten Karnevalsorden der Welt ausgezeichnet, die sich für Dortmund oder um den Närrischen Rat verdient gemacht haben.

Wenn der Närrische Rat auf seine Vereinsgeschichte zurückblickt, dann kann er stolz auf die Tatsache sein, dass seine Veranstaltungen im Laufe der Jahrzehnte zig-tausend Menschen Freude und Spaß bereitet haben. Heute wird der Karneval wesentlich lockerer gesehen und von den meisten Menschen auch verstanden. Für alle anderen, die sowieso alles besser wissen, die Nase rümpfen beim Thema Karneval und zum Lachen in den Keller müssen, hält der Närrische Rat das berühmte Götz von Berlichingen-Zitat bereit.

Kontakt

Närrischer Rat ehemaliger Prinzen und Freunde 1978 Dortmund e.V.

Vorsitzender: Herr Walter Hartmann

Rubinstraße 18
44267 Dortmund

info@naerrischer-rat.de

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